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Zu Fuß durch die Galaxis

Das gibt‘s wohl kaum irgendwo: Einen Weg, auf dem man mal eben die Sonne umarmen und – zumindest rein rechnerisch – in dreifacher Lichtgeschwindigkeit unser Sonnensystem erkunden kann. Einfach galaktisch.

Der Planetenweg in Ottobeuren macht die unendlichen Weiten des Weltalls für alle kleinen und großen Raumfahrer ein kleines bisschen greifbarer. Denn jeder Meter des Weges entspricht genau einer Million Kilometer im All und zeigt, wie weit die jeweiligen Planeten und Asteroiden voneinander entfernt sind. Auf Nagelfluhstelen gibt es allerhand verblüffende Informationen zu den Himmelskörpern, die hier auch maßstabsgetreu als Modell zu sehen sind. Angefangen von der riesigen Sonne bis zum kleinsten Planeten unseres Sonnensystems, dem Merkur.


Die Raumfahrtmission startet am Parkplatz der Basilika, die natürlich auch immer einen Besuch wert ist. Von dort steuern die Wander-Astronauten das „Ämtergebäude“ direkt gegenüber an, wo die Sonne kaum zu übersehen ist. Weiter geht es in den Kneipp-Aktiv-Park, an Merkur, Venus und einem Entenweiher vorbei, noch ein Stück geradeaus und dann links die Treppen hoch. Wir empfehlen aber, nicht gleich abzubiegen, sondern noch kurz zur Tretanlage zu gehen und auf jeden Fall zu der Buche am Spielplatz etwas oberhalb, dem tollsten Kletterbaum überhaupt. Weil er so unglaublich schief gewachsen ist, können hier auch schon kleinere Kinder auf den ausladenden Ästen balancieren.


Zurück bei der Treppe steigt man den Berg hinauf, erfährt hier zur Freude von Kindern gleichen Namens, dass es einen Asteroiden „Ida“ gibt, wandert von dort über eine weitere Treppe zur Mariengrotte hinunter und dann wieder in den Bannwald hinauf. Doch keine Sorge: Trotz des Aufs und Abs halten sich die Höhenmeter in Grenzen. Weil der Planetenweg zugleich einer der Unterallgäuer Glückswege ist, kann man einfach der Beschilderung folgen, einem Symbol in den Landkreisfarben Gelb, Grün und Blau.


Im Wald geht es erst rechts und dann links den Berg hinauf und wieder links am Waldpavillon vorbei. Er bietet Infos zum Anfassen zu heimischen Bäumen. Nach dem Saturn lassen die nächsten Planeten ein wenig auf sich warten, aber so ist das eben im Sonnensystem. Zum Glück bietet der Wald ja genügend Möglichkeiten, sich auch auf einem längeren „Flug“ zum nächsten Planeten zu beschäftigen und außerdem etliche Bänkle für eine galaktisch gute Brotzeit.

Besonders gut schmeckt die oben am Waldrand unter den alten Eichen, wo kleine Raumfahrer auch ganz irdisch auf Entdeckungstour gehen können. Den großen Maisacker auf dem Plateau umrundet man auf der linken Seite und wandert an der Hangkante Richtung Sternwarte. Unterwegs bietet sich ein toller Ausblick auf Ottobeuren. Von der Sternwarte geht es wieder in den Wald zurück und links die Treppen hinunter zum Motzabächle. Passenderweise treffen die Raumfahrer hier auf den Planeten Neptun, benannt nach dem Gott des Wassers und am weitesten von der Sonne entfernt. Das flache Bächlein begleitet den Rest des Weges und ist wie gemacht, um an heißen Sommertagen darin zu waten oder ein Floß schwimmen zu lassen. Über den Bannwaldparkplatz geht es über einen Wiesenweg und eine letzte Station zum Kuipergürtel zur Basilika zurück.


Die Tour macht übrigens auch im Winter Spaß – zumal sich direkt im Kurpark einer der beliebtesten Schlittenberge Ottobeurens befindet.

WO

Ottobeuren


PARKEN 

auf dem Basilika-Parkplatz 


STRECKE

6,0 Kilometer


DAUER

2,5 Stunden


KINDERWAGEN 

lässt man wegen der Treppen im Kurpark und hinunter zum Motzabächle besser zuhause


EINKEHREN

in Ottobeuren


MEHR

in "Einfach WANDERBAR 2"

(Tour 37)

Wer nach den Planeten-Modellen echten Sternen und dem Mond ganz nahe kommen möchte, sollte die Allgäuer Volkssternwarte besuchen.

Übrigens

Wer nach den Planeten-Modellen echten Sternen und dem Mond ganz nahe kommen möchte, sollte die Allgäuer Volkssternwarte besuchen, an der die Tour vorbeiführt. Sie ist die größte im Allgäu und bietet mit ihrem Spiegelteleskop einen spannenden Einblick in den Sternenhimmel. Informationen zu Öffnungszeiten und Führungen gibt es unter www.avso.de dort kann man sich auch die Fragen für ein Planetenweg-Quiz herunterladen, das die Tour gerade für ältere Kinder noch ein bisschen spannender macht.

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