
Hier werden die Fäden gezogen
Ob Rotkäppchen, Froschkönig, Räuber Hotzenplotz oder Faust: Echte Klassiker bringt das Memminger Marionettentheater auf die Bühne – garniert mit einer Prise Lokalkolorit und besonderem Witz. Puppenspiel vom Feinsten, für Kinder und Erwachsene.
Groß ist das Gelächter im Theatersaal, wenn Rotkäppchen, Großmutter und der Förster Steine heranschleppen und sie dem Wolf in den Bauch nähen. Gut gegen Böse, das funktioniert auch heute noch. Genau wie vor 30, 40, 50 Jahren. Genau wie damals, als die Erwachsenen selbst noch Kinder waren. Genau wie damals, als die Augsburger Puppenkiste mit „Urmel aus dem Eis“ und „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ sogar im Fernsehen zu sehen war.
Die Augsburger Puppenkiste ist natürlich das absolute Puppenspiel-Aushängeschild, sozusagen die „Mutter aller Marionettentheater“. Hinter ihrem großen Vorbild verstecken müssen sich die Memminger aber ganz sicher nicht. Im Gegenteil: Das, was das Team um Marc Wiche im ehemaligen „Rabenkeller“ am Schweizerberg auf die Bühne bringt, ist wirklich sehenswert. In den Aufführungen stecken unglaublich viel Herzblut, Engagement und Spielfreude.
MINDESTENS EIN JAHR VORBEREITUNG
Mindestens ein Jahr dauert es, bis ein neues Stück auf die Bühne kommt. Schließlich machen die ehrenamtlichen Puppenspielerinnen und Puppenspieler von A bis Z alles selbst: Sie bauen und malen das Bühnenbild, modellieren die Puppenköpfe aus einer speziellen Holzmasse, nähen die Kostüme. Gleichzeitig schreiben sie das Stück zu „ihrem eigenen“ um und sprechen sämtliche Stimmen ein. In der Memminger Version von Rotkäppchen schwätzt die Oma natürlich Schwäbisch und der böse Wolf hat einen Vegetarier-Sohn, der versucht, seinem Vater ins Gewissen zu reden.
Während der Aufführung kommen die Tonaufnahmen dann vom Band. So können sich die Puppenspieler voll und ganz darauf konzentrieren, ihren Figuren auf der Bühne über die passenden Bewegungen Leben einzuhauchen. Mit der Mimik arbeiten wie im echten Theater können sie bei den Puppen mit ihren Holzköpfen schließlich nicht. Sämtliche Emotionen werden im Marionettentheater über Gesten, über Stimme und Musik transportiert.
Wer mag, kann übrigens nicht nur bei den Aufführungen in die Welt des Marionettenspiels eintauchen. Wo und wie die Fäden gezogen werden, erfährt man auch bei den Führungen, bei denen die Puppenspieler regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen und auf die Spielbrücke ermöglichen. Die Termine werden auf der Internetseite des Marionettentheaters veröffentlicht. Außerdem können die Führungen frei gebucht werden.
WO
Memmingen, Schweizerberg 8
PARKEN
auf den öffentlichen Parkplätzen in der Umgebung
PREISE
Tickets bekommst du hier
BARRIEREFREI
ja (mit Rollstuhl vorab kurz per Mail Bescheid geben)
TOILETTEN
ja
EINKEHREN
kleine Snacks vor Ort; in Memmingen
MEHR
(Tipp 7)

Übrigens
Durch das Fenster rechts vom Eingang sieht man vom Gehweg aus direkt hinter die Bühne und auf die Spielbrücke. Zu den Probenzeiten (normalerweise jeden Dienstag ab 19 Uhr) kann man von hier aus super (und noch dazu kostenlos!) zuschauen, wie die Fäden der Marionetten gezogen werden. Eine tolle Idee der Puppenspielerinnen und Puppenspieler!








