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Mystisches Mariental bei Märxle

Richtig verwunschen ist diese Tour im Wald bei Märxle – und das nicht nur wegen der vielen Kirchen und Kapellen, die der verstorbene Eremit Heinrich Maucher hier mitten im Wald in seinem Mariental errichtet hat.

Schwer zu sagen, was diese Tour so besonders macht. Vielleicht ist es der Waldlehrpfad gleich zu Beginn, bei dem man nicht nur viel über Bäume erfahren kann, sondern auch über Moose, Pilze und die Tiere des Waldes. Die einzelnen Stationen liegen nicht immer direkt am Weg. Manchmal muss man ein bisschen nach ihnen Ausschau halten oder sogar einem kleinen Trampelpfad folgen, um mehr zu erfahren, was das Ganze gleich noch ein Stückchen spannender macht.

Vielleicht ist es auch das Gelände, das der Kindergarten Oberschönegg hier im Wald nutzt, mit Tipis und einer moosig-weichen, runden Bank. Der Zugang über einen kleinen Laubengang, der links vom „Hauptweg“ abzweigt, ist für alle offen. Damit das auch so bleibt, sollte hier niemand etwas kaputt machen oder seinen Müll liegen lassen. Aber das versteht sich ja von selbst.

Vielleicht liegt es aber auch an der Waldhütte, einem richtigen kleinen Hexenhäuschen, vor dem man sich an einem netten Brotzeitplatz für die restliche Tour stärken kann und anschließend links weiterläuft. Oder an den Unmengen pinker Fingerhüte, die mitten im Naturwaldreservat gerade geblüht haben, als wir dort unterwegs waren. Obwohl sie so heißen, sollte man sich die hübschen Blüten übrigens besser nicht als Hut auf den Finger setzen. Sie sind nämlich wie die ganze restliche Pflanze hochgiftig.


UNZÄHLIGE HÜTTEN UND KAPELLEN

Was die Tour auf jeden Fall besonders macht, ist das Mariental, das der verstorbene Eremit Heinrich Maucher hier im Wald geschaffen hat. Der Weg zu den unzähligen Kirchen, Kapellen und Hütten, die er errichtet hat, ist ausgeschildert. Auch wenn man nicht gläubig ist, ist es ein außergewöhnlicher Ort, beeindruckend, aber vielleicht auch ein bisschen unheimlich – obwohl unsere Kinder das nicht so empfunden haben. Sie wären gerne noch länger geblieben, um in möglichst viele der Hütten einen Blick zu werfen.


Allerdings wollten sie sich auch die ebenfalls ausgeschilderte Riesentanne am Rande des Geländes nicht entgehen lassen, die ihrem Namen wirklich alle Ehre macht. Viele der Hütten sind inzwischen abgeschlossen und die Zukunft des Marientals ist nach dem Tod von Heinrich Maucher ungewiss. Wer es noch sehen möchte, sollte sich deshalb besser beeilen.


Durch das Mariental geht es zurück zum Hauptweg und dort rechts wieder nach Märxle, das mit einem weiteren Highlight aufwartet: einer Brotzeitstation, an der es auf Spendenbasis eine große Auswahl gekühlter Getränke gibt und ein schattiges Plätzchen noch dazu. Der Weg zurück zum Parkplatz verläuft an der Straße entlang auf dem Geh- und Radweg und ist zugegebenermaßen nicht ganz so idyllisch. Die Strecke ist aber überschaubar und führt außerdem an mehreren „Bäumen des Jahres“ vorbei, die zumindest ein wenig Abwechslung bieten, ehe ohnehin schon der Parkplatz erreicht ist.

WO

Märxle (Oberschönegg)


PARKEN

am Wanderparkplatz


STRECKE

5,4 Kilometer


DAUER

2,5 Stunden


MEHR

in "Einfach WANDERBAR 2"

(Tour 43)

Der mittlerweile verstorbene Eremit Heinrich Maucher hat das mystische Mariental im Wald über Jahrzehnte erschaffen.

Übrigens

Mystisch, kurios, unheimlich, spannend, weird, besonders, einzigartig, sehenswert, gruselig, beeindruckend – eigentlich weiß ich gar nicht recht, wie ich diesen Ort beschreiben soll. Das Mariental im Wald bei Baumgärtle ist alles auf einmal. Falls du noch nie dort warst: Schau es dir unbedingt so bald wie möglich mit eigenen Augen an. Kein Foto kann diesen Ort, den der mittlerweile verstorbene Eremit Heinrich Maucher hier über Jahrzehnte geschaffen hat, so abbilden, wie er ist.

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