
Das Besondere vor der Haustür
Jede Familie hat wohl ihre persönliche Lieblingsrunde vor der eigenen Haustür. Ohne viel Aufwand lässt die sich zu etwas ganz Besonderem machen. Alles, was man dafür tun muss: Frühmorgens vor Sonnenaufgang aufstehen oder abends die Taschenlampen einpacken und losziehen!
Egal, wie oft man die eigene Haus- und Hof-Runde schon gelaufen ist: Sie ist garantiert ganz neu und aufregend, wenn man sie vor Sonnenaufgang oder bei Einbruch der Dunkelheit erlebt.
Und so sind wir an einem Morgen Ende August ein Stück im Morgengrauen geradelt und haben dann bei einer kurzen Wanderung das Hundsmoor bei Westerheim in der aufgehenden Sonne erlebt – und sind aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Ein paar hundert Meter weit sind wir nur gekommen bei unserer Tour, zu viel gab es zu sehen. Die vielen Spinnennetze! Die ganze Wiese war übersät davon, eine tauglitzernde Perlenkette neben der anderen. Dort ein Vogel, hier ein Käfer, der aufsteigende Nebel. Wie anders alles im Morgenlicht aussah. Anders und wunderschön.
Wer nicht so früh aufstehen, aber trotzdem etwas Besonderes erleben will, der sollte einfach mal die Taschenlampen schnappen und in die Dunkelheit laufen – wie wir an diesem Abend im April:
Zum Bannwald in Ottobeuren ist es für uns nicht weit, nur einige wenige hundert Meter sind es von unserer Haustür bis zu diesem wunderschönen Waldgebiet – und so waren wir dort schon unzählige Male, bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit. An diesem Abend beschließen wir nach dem Essen, noch einmal loszuziehen. Die Rucksäcke bleiben daheim, wir kramen nur unsere Taschenlampen heraus und machen uns auf den Weg in die Dunkelheit: Was war das? Nach ein paar Schritten bleiben wir stehen. Annas kleine Hand klammert sich fest um meine. Mucksmäuschenstill stehen wir da. Da, noch einmal dieses Geräusch. Ein Knacken, dann raschelt es. Mit großen Augen sieht Anna mich an. Auch Jakob dreht sich langsam um. Was das wohl war? Vielleicht ein Eichhörnchen? Ein Fuchs? Oder haben wir ein Reh gehört? Vorsichtig gehen wir weiter, die Lichtkegel unserer Taschenlampen vor uns auf den steinigen Weg gerichtet.
Eigentlich kennen wir die Strecke hier im Wald fast auswendig. Viele, viele Male waren wir schon hier. Aber heute ist alles anders – und vor allem richtig aufregend. Wie anders alles aussieht, wenn man bei Dunkelheit unterwegs ist. Wie geheimnisvoll die kleine Höhle im Baumstamm auf einmal ist, wenn man mit der Taschenlampe hineinstrahlt … Hat sich darin nicht gerade etwas bewegt?
Im Dunkeln wird alles riesengroß, jedes Knacken und Knirschen ist auf einmal viel lauter zu hören. Nichts für schwache Nerven.
WO
überall
LÄNGE
beliebig
DAUER
beliebig
KINDERWAGEN
nach Belieben
EINKEHREN
Brotzeit einpacken
MEHR
(Touren 25 und 50)

Übrigens
Die Taschenlampen-Runde eignet sich gerade mit kleineren Kindern auch super für den Winter. Dann wird es früher dunkel und der Schnee sorgt zusammen mit dem Mond in einer klaren Nacht dafür, dass es nicht stockfinster ist. Frühmorgens unbedingt wasserfeste Schuhe anziehen (wegen des Taus) und Frühstück einpacken! Am eigenen Lieblingsplatz oder auf einer schönen Bank am Waldrand schmeckt es noch besser als daheim am Frühstückstisch.









