
Alles dreht sich um Dirlewang
Im besten Sinne ein bisschen abgedreht ist diese Runde bei Dirlewang. Das liegt nicht nur an einer besonderen Bank, sondern auch an einer Kreuzung, an der ein Bach über den anderen geleitet wird.
Die Redewendung „eine Runde drehen“ ist wie gemacht für diese Tour. Denn zum einen handelt es sich tatsächlich um eine Runde und zum anderen gibt es etwa auf halber Strecke oben am Galgenberg auch noch eine ganz besondere Bank: Sie ist drehbar und ermöglicht so einen Rundum-Ausblick auf Dirlewang, Mindelheim, Altensteig und Helchenried – und natürlich auch die eine oder andere „Karussellfahrt“. Die Bank ist aber nicht die einzige Besonderheit dort oben: Unter einer knorrigen Eiche beweisen die letzten Steine einer Villa, dass auch schon die alten Römer dieses schöne Fleckchen Unterallgäu zu schätzen wussten. Wie übrigens auch die Alemannen, deren sterbliche Überreste Archäologen in und um Dirlewang gefunden haben, und die Kelten, deren Hügelgräber ebenfalls erhalten geblieben sind.
BACH-STOCKBETT UND WASSERFALL
Quicklebendig ist dagegen das heutige Dirlewang, wo die Tour in der Marktstraße startet. An der Mindel entlang geht es zunächst durch den Ort zu einer außergewöhnlichen Kreuzung. Hier treffen nämlich nicht nur Straßen aufeinander, sondern auch zwei Bäche: In einem Aquädukt wird der Mühlbach über die Mindel geführt, es gibt hier also nicht nur ein Bachbett, sondern gewissermaßen ein Bach-Stockbett. Und auch der kleine Wasserfall gleich daneben, an dem der Mühlbach über vier Stufen plätschert, ist schön anzuschauen. Weiter geht es über die Brücke, dann die dritte Straße rechts zur Mindeltalstraße und schließlich aus dem Ort hinaus.
Zwischen Feldern und Wiesen führt der Weg schnurstracks zur nächsten Attraktion, nämlich einer weiteren bemerkenswerten Bank. Zwei Mädchen haben in das Holz Bilder eingebrannt, die fast zu schön sind, um sich einfach schnöde draufzusetzen. Überwindet man sich aber, hat man eine schöne Aussicht auf Dirlewang und die Landschaft drumherum. An der Bank geht es nun erst links weiter und dann im Zickzack den Berg hinauf – und schon sind die stattliche Eiche und die Drehbank davor nicht mehr zu übersehen.
Hat man darauf genug Runden gedreht, geht man den gleichen Weg bis zum großen Feldweg zurück und von dort geradeaus in den Ort hinein. Nach der Verkehrsinsel überquert man die Straße und gelangt so erst zu einer Tretanlage und weiter über den Georg-Hörterich-Weg, die Lehrer-Kiefer- und die Max-Schuster-Straße zu einem schönen Spielplatz mitten im Wohngebiet. Ein Gerüst zum Klettern und Hangeln mit Spielturm und Rutsche, ein Sandkasten-„Schiff“ mit Flaschenzug, ein Reck und eine Band-Schaukel bieten mehr als genug, um sich so richtig auszutoben. Und das kann man hier auch guten Gewissens tun, weil es bis zurück zum Ausgangspunkt der Tour nicht mehr weit und der Spielplatz gewissermaßen der krönende Abschluss ist.
WO
Dirlewang
PARKEN
STRECKE
5 Kilometer über asphaltierte Gehwege, Feldwege, Wiese
DAUER
2,5 Stunden
KINDERWAGEN
ja, mit Geländereifen
EINKEHREN
in Dirlewang
MEHR
(Tour 47)

Übrigens
In Dirlewang gibt es neben all den anderen Besonderheiten auch noch ein schmuckes Heimatmuseum. Weil es in einer ehemaligen Brauerei untergebracht ist, trägt es den Namen „Taverne“. Es gewährt Einblick in die Geschichte des Ortes und seiner Bewohner und zeigt beispielsweise verschiedene Instrumente, mit denen im dortigen Tanzsaal aufgespielt wurde, Haushalts- und landwirtschaftliche Geräte, Zeugnisse der frühesten Dirlewanger Geschichte wie Scherben von Tonkrügen, Münzen und Schmuck sowie verschiedene Waffen.












