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Von Schlangen in der Schule

Ob lustige Streiche, weite Schulwege, strenge Lehrer oder schmerzhafte Strafen: Das Klassenzimmer der alten Dorfschule in Daxberg weckt ganz viele Erinnerungen und ist damit das perfekte Ziel für einen interessanten Sonntagsausflug mit (Ur-)Oma und (Ur-)Opa. Für Kinder auch toll: Im 1. Allgäu-Schwäbischen Dorfschulmuseum darf (fast) alles angefasst und selbst ausprobiert werden.

Mit jeder Frage, jeder Antwort, beim Anblick des Spucknapfs neben dem Lehrerpult und der engen Holzbänke mit den klappbaren Sitzen werden bei Oma und Opa neue Erinnerungen wach. Erinnerungen an eine Schulzeit, die so ganz anders war als Schule heute ist. Erinnerungen an schmerzhafte Strafen, an Tatzen mit dem Haselnussstock oder „Hosenspanner“. Erinnerungen aber auch an schöne Stunden, an Handarbeiten und an gemeinsame Schulwege.


Deshalb quietscht es nach wenigen Minuten auch erst mal so richtig. Schnell ist nämlich klar: Mit einem Griffel geräuschlos auf einer Schiefertafel zu schreiben, ist gar nicht so einfach. Mit ein bisschen Übung (und Omas oder Opas Hilfe) klappt es aber bald bei jedem. Die Zeilen der kleinen schwarzen Tafeln füllen sich, während die Fragen nur so aus den Kindern heraussprudeln: Hattest du früher gar keine Hefte? Gab es, als du klein warst, gar keine Buntstifte? Wofür ist das Loch da vorne in der Schulbank? Was sind das für komische Buchstaben an der Tafel?


Aber keine Sorge: Auch wer ohne Oma oder Opa ins Dorfschulmuseum kommt, erfährt ganz viel darüber, wie Schule vor 50, vor 100 Jahren war und wie sehr sie sich von heute unterscheidet – Museumschefin Sieglinde Singer und ihr Team beantworten geduldig die vielen Fragen, die sich nicht nur die Kinder stellen, wenn sie mit offenen Augen durch das alte Klassenzimmer aus den 50er Jahren gehen.


Hier, in der sogenannten „einklassigen Dorfschule“ in Daxberg, wurden meist etwa 40 Kinder aus bis zu acht Jahrgängen von einem Lehrer unterrichtet. Nach dem Krieg waren es sogar 50 bis 60 Kinder, die in dem einen Raum Platz finden mussten. Um sie unterzubringen, wurde der alte Kachelofen abgebaut und durch einen kleineren „Kanonenofen“ ersetzt. Erst Jahre später durfte der Kachelofen wieder einziehen – und mit ihm kamen schließlich auch viele Exponate hierher, die sonst auf einer Müllhalde gelandet wären, als die Dorfschulen in der Region nach und nach aufgelöst wurden. 1988 wurde das Dorfschulmuseum in Daxberg als erstes im Allgäu und in ganz Schwaben gegründet. Sein besonderer Charme besteht bis heute in seiner Einfachheit und darin, dass es ganz ohne Technik auskommt. Es benötigt keine Medienstationen, die Geschichte erlebbar machen – es ist lebendige Geschichte zum Anfassen. Hier darf man sich in die alten Bänke quetschen, auf den Tafeln und mit einer Feder schreiben oder den großen Rechenschieber verstellen und am Lehrerpult Platz nehmen.


AUFGESPIESSTE HIRSCHKÄFER

Im angrenzenden Lehrmittelzimmer lässt aber wohl jeder freiwillig die Finger weg … Dort werden nämlich nicht nur Karten, Setzkästen und Bücher gelagert, sondern auch mehrere in Alkohol eingelegte Schlangen, aufgespießte Hirschkäfer und andere Relikte aus dem Sachkundeunterricht. Und: die riesigen, etwa 14 Millionen Jahre alten Zähne eines Dinotheriums, eines Urelefanten.


Lesebücher, Poesiealben, Schriftproben, Stickereien, Zeugnisse, Griffelschachteln, Rechenbücher, alte Karten und Märchenbilder kann man im Dachgeschoss des Dorfschulmuseums bestaunen – und versuchen, hier die Antworten für das kleine Museumsrätsel zu finden. Den Fragebogen zur „Schatzsuche“ bekommt man vor Ort – und am Ende gibt’s sogar noch eine kleine Belohnung. Für größere Kinder gibt es auf der Internetseite des Museums ein interaktives Rätsel rund um „Maurus‘ Geheimnis“.

WO

Daxberg


ADRESSE

Ortsstraße 17, 87746 Daxberg


PARKEN

direkt vor Ort


PREISE

und mehr findest du hier


BARRIEREFREI

nein


TOILETTE 

 ja


MEHR

in "Einfach MACHBAR"

(Tipp 18)

Schönstes Bergpanorama bekommt man in der Nähe des Dorfschulmuseums zu sehen.

Übrigens

Der Besuch im Dorfschulmuseum lässt sich natürlich super mit einem Abstecher zur Eishütte und einer schönen Wanderung verbinden! Dafür einfach durch Daxberg fahren und auf dem Wanderparkplatz etwas außerhalb parken. Mit etwas Glück kann man hier nicht nur leckeres Bauernhofeis, sondern auch schönstes Bergpanorama genießen. 

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