
Zum Christoph-Scheiner-Turm bei Bürgle
Waren hier Römer, Kelten oder gar Wikinger am Werk? Was hat es mit dem „Brüggele Pudel“ auf sich? Und wer war eigentlich dieser Christoph Scheiner? Antworten auf diese Fragen und einen tollen Blick ins Neufnachtal bietet diese Tour bei Bürgle, bei der man auch noch etwas für die Fitness tun kann.
Der Jüngste in der Familienwandergruppe ist nicht davon abzubringen: Den hölzernen Turm zwischen Bürgle und Oberneufnach müssen die Wikinger gebaut haben. Tatsächlich ist er zwar nicht annähernd so alt – er wurde erst 1988 errichtet –, aber das tut der Begeisterung keinen Abbruch. Steigt man die 42 Stufen nach oben, bietet sich ein toller Ausblick ins Neufnachtal sowie auf Oberneufnach und Markt Wald – und bei Föhn bis in die Alpen.
In Markt Wald beginnt die Wanderung am Parkplatz der TSV Turnhalle. Durch den Ort geht es am Fuggerschloss vorbei, in dem Leopold Fürst Fugger von Babenhausen mit seiner Familie lebt, und dann links in Richtung Oberneufnach. Nach einigen Metern kreuzt ein Bächlein den Weg, daneben ein Schild, das auf den „Brüggele Pudel“ verweist. Heutzutage muss sich vor dem Hund, dem die Oberneufnacher Musikanten sogar eine eigene Oper gewidmet haben, aber niemand mehr fürchten. Laut Chronik soll er in früheren Zeiten um die Feldkapelle bei Bürgle gegeistert sein und Spätheimkehrer erschreckt haben.
Zwischen Wiesen geht es immer geradeaus und dabei stetig sanft auf und ab. Bald schon lässt sich in der Ferne der Christoph-Scheiner-Turm erahnen. Das Ziel vor Augen ist die vergleichsweise „langweilige“ Strecke bis zum Turm gut zu bewältigen. Oben kann man die Aussicht auf Markt Wald und Oberneufnach genießen und unten auf der Bank die Brotzeit. Außerdem erfährt man hier, was es mit Christoph Scheiner auf sich hat: Der Pater, Astronom und Erfinder dürfte der bekannteste Sohn Markt Walds sein.
Vom Turm aus folgt man der Beschilderung nach links Richtung Bürgle, wandert durch den Ort und am Campingplatz vorbei und überquert dort die Straße. Auf der anderen Seite folgt man nicht der Beschilderung nach rechts zum Trimm-Dich-Pfad, sondern hält sich geradeaus. So gelangt man zur Mariengrotte, an der sehr idyllisch die Zusam vorbeiplätschert, die ganz in der Nähe entspringt. Einige Steine im Bach laden zur „Durchquerung“ ein, und wer Kinder dabei hat, auf die Wasser in jeder Beziehung eine magische Anziehungskraft ausübt, sollte lieber Wechselklamotten mitnehmen.
Im Wald stößt man dann auf den Trimm-Dich-Pfad, wo sich die Kinder (und natürlich auch die Erwachsenen) an Reckstangen, Ringen und den anderen Stationen austoben können. Der schöne Waldweg endet bei einer nicht weniger schönen Tretanlage, bevor es einige Treppen und eine ordentliche Steigung hinauf nach Markt Wald zurückgeht. Mit Kinderwagen kann man die Treppe umfahren.
ROLLI-TIPP
Wer diese Runde mit Rollstuhl befahren möchte, muss sich bewusst sein, dass es die Strecke mit ihren Steigungen wirklich in sich hat. Für die letzten Meter zurück zum Parkplatz sollte man mit Rollstuhl und Kinderwagen unbedingt auf die eingezeichnete Alternativroute ausweichen!
WO
Markt Wald
PARKEN
in der Turnhallenstraße in Markt Wald
STRECKE
6,4 Kilometer über kleine, asphaltierte Straßen und Feldwege
DAUER
2,5 Stunden
KINDERWAGEN
ja, es gibt aber mehrere Anstiege
EINKEHREN
in Markt Wald
MEHR
(Tour 49)

Übrigens
Christoph Scheiner wurde am 25. Juli 1575 im „Soler auf dem Wald“, dem heutigen Markt Wald, geboren. Der spätere Jesuitenpater machte sich als Mathematiker, Physiker und Astronom einen Namen – und mit seinen Erfindungen: Er baute beispielsweise den Pantografen, mit dem man Linien und Bilder vergrößert oder verkleinert kopieren kann. Außerdem erstellte er die erste Mondkarte, beschrieb die Anatomie des Auges und entdeckte die Sonnenflecken.












