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Der Papagei in der Basilika

Mit Sightseeing macht man Kindern nur selten eine Freude – auch wenn es sich um eine der imposantesten und schönsten Barockkirchen in Süddeutschland handelt. Ein kleiner Trick macht den Besuch der Basilika in Ottobeuren aber garantiert für alle interessant!

Ratet doch mal! Welches dieser Tiere findet man in der Ottobeurer Basilika nicht: Ein Pferd? Einen Papagei? Eine Schnecke? Einen Drachen? Oder gibt es dort keinen Bären? Na, was meint ihr? Stellt euch vor, wer genau hinschaut, kann dort tatsächlich jedes dieser Tiere entdecken – und zahlreiche Tauben und einen Esel noch dazu. Wichtig: Dieses Buch und ein Fernglas nicht vergessen!


Eigentlich ist die imposante Basilika natürlich schon für sich sehenswert, sie zählt schließlich zu den schönsten Barockkirchen in Süddeutschland. Berühmt ist sie zum Beispiel für ihre klanggewaltigen Orgeln, das geschnitzte Chorgestühl und das über 600 Jahre alte romanische Kruzifix, das ihren Mittelpunkt bildet. Der riesige Kirchenraum ist von geradezu überbordender Pracht: neben unzähligen Gemälden und Säulen, jeder Menge Stuck und Gold fliegen, sitzen und stehen in der Basilika über 1200 Engel herum – und interessante Tiere noch dazu.


Schaut doch mal, ob ihr den Papagei entdeckt, der auf der Hand eines Engels sitzt! Kleiner Tipp: Er ist an der Kanzel auf der rechten Seite der Kirche zu finden. Da stellt sich nur die Frage, wie es der Papagei vor fast 300 Jahren in die schwäbische Basilika geschafft hat. Laut Benediktinermönch Frater Clemens, dem Mesner der Basilika, stehen die vier Engel, die rund um die Kanzel angebracht sind, für die vier zur Bauzeit der Basilika bekannten Kontinente – der Engel mit dem Papagei auf der Hand symbolisiert Amerika.


Auch die meisten anderen Tiere im Gotteshaus sind nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern haben eine besondere Bedeutung. Einige von ihnen sind Attribute von Heiligen, wie etwa der Drache in der rund 34 Meter hohen Benediktinerkuppel, der zum Heiligen Magnus gehört, oder die beiden Bären, die dort ebenfalls zu finden sind. Sie begleiten der Legende nach den Heiligen Gallus und den Heiligen Korbinian.


Relativ weit oben an der linken Außenwand der Basilika ist ein schönes weißes Pferd abgebildet. Das Gemälde zeigt es zusammen mit einem Heiligen, dessen Geschichte wohl jedes Kind kennt: Mit dem Heiligen Martin, der von seinem Pferd steigt, um seinen roten Mantel mit einem Bettler zu teilen.


Wohl am schwierigsten zu finden sind mehrere kleine Weinbergschnecken und ein Frosch. Sie kriechen über dem Taufbrunnen durch die Kirche – nicht weit entfernt vom Kopf einer Schlange, die als Symbol für den Sündenfall von Adam und Eva im Paradies steht. Und noch ein Tier kann man entdecken, wenn man direkt vom Taufbrunnen aus ganz weit nach oben schaut: Eine Taube als Symbol für den Heiligen Geist.


Doch damit nicht genug: Besonders viele Tiere bevölkern in der Zeit von Advent bis Lichtmess (Anfang Februar) die Basilika. Dann ist dort nämlich die historische Krippe der Benediktinerabtei aufgebaut – Elefanten und Kamele, Schafe, Pferde, Bienen und Katzen inklusive.


Findet ihr alle Tiere die hier abgebildet sind? Viel Spaß beim Suchen!


Und wenn ihr alle Tiere gefunden habt, dann macht euch doch beim nächsten Mal auf die Suche nach dem Engel mit Meterstab! Oder dem Engel mit Blitz! Und schaut doch mal, ob ihr die ganzen gruseligen Totenköpfe und Skelette in der Basilika entdeckt! Die Skelette sind laut Frater Clemens übrigens tatsächlich echt. Sie stammen aus den Katakomben in Rom.

WO 

Ottobeuren


PARKEN 

kostenlos direkt vor Ort 


PREIS 

kostenlos


BARRIEREFREI 

über die Klosterpforte kommt man ins Chorgestühl der Basilika, das Kirchenschiff ist nur über Stufen erreichbar


TOILETTEN 

in der Abtei


EINKEHREN 

vor Ort im Klostercafé und in Ottobeuren


MEHR

in "Einfach MACHBAR"

(Tipp 13)

Viel weniger bekannt als die Basilika der Benediktinerabtei Ottobeuren ist die darunter liegende Bruder-Klaus-Krypta – deswegen ist sie aber nicht weniger sehenswert!

Übrigens

Viel weniger bekannt als die Basilika ist die darunter liegende Bruder-Klaus-Krypta – deswegen ist sie aber nicht weniger sehenswert! Die Krypta hat auch auf Kinder eine besondere Wirkung. Sie ist ein Ort der Ruhe und steht optisch im krassen Kontrast zur barocken Pracht der Basilika. Zu ihr gelangt man, indem man nicht über die Treppen hinunter zum Ottobeurer Marktplatz geht, sondern den längeren Weg am Berg entlang nimmt: In der Kehre liegt etwas versteckt der (barrierefreie) Eingang zur Krypta.

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